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Landrat Jörg Bensberg sehr verärgert

Der Landkreis Ammerland erhält bis zum 6. Juni keinen AstraZeneca Impfstoff mehr.

Der Landkreis Ammerland erhält bis zum 6. Juni keinen AstraZeneca Impfstoff mehr.
Foto: _Tempus_

Oldenburg (pm) Der Landkreis Ammerland bekommt bis zum 6. Juni außer 800 Dosen AstraZeneca keinen Impfstoff mehr für Erstimpfungen – trotz vorhandener Kapazität. Lediglich für die erforderlichen und schon festgelegten Zweitimpfungen werden ausreichende Mengen zur Verfügung gestellt.

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„Es ist unfassbar: Es vergeht kaum ein Tag, an dem sich Bundes- und Landesminister vor die Kamera stellen, um weiteren Gruppen wie zum Beispiel den Mitgliedern der Feuerwehren zu verkünden, dass sie nunmehr auch in die Gruppe der prioritär zu impfenden Personen aufgenommen werden und damit berechtigte Hoffnungen und Erwartungen wecken. Gleichzeitig verkündet das Land Niedersachsen mit Mail vom 11. Mai 2021, dass Impfstoffe in den kommenden Wochen nur für Zweitimpfungen zugestellt werden können. Das ist ein Schlag ins Gesicht für all diejenigen, die nun schon so lange warten und sich angesichts der Ankündigungen entsprechende Hoffnungen gemacht haben“, ärgert sich Landrat Jörg Bensberg.

„Einerseits zusätzliche Personenkreise werbewirksam in einen prioritären Status zu erheben, andererseits aber dafür überhaupt keinen Erstimpfstoff zur Verfügung zu stellen, das grenzt tatsächlich schon an Volksverdummung! Und im Zweifel müssen es unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Impfzentrum dann ausbaden, wenn zu Recht verunsicherte oder verärgerte Impfwillige sich dort melden und unter Hinweis auf die Versprechungen der Landes- und Bundespolitiker ihren Impftermin einfordern“, sagt Bensberg.

„Das Ganze wird dadurch getoppt, dass nach Informationen des Landkreistages nicht unerhebliche Mengen des Impfstoffes AstraZeneca bei den Apothekern oder Großhändlern lagern, weil die Patienten der niedergelassenen Ärzte diesen Impfstoff allem Anschein nach teilweise ablehnen. Damit ist ausdrücklich kein Vorwurf an die Ärzte gerichtet, aber das Land sollte dann sehr schnell diesen Impfstoff den Impfzentren zur Verfügung stellen. Ich fürchte, dass wir demnächst von montags bis freitags im Impfzentrum nicht ausgelastet sind, vom Land aber mit diesem dann doch eingesammelten Impfstoff durch eine Sonderimpfaktion an einem Wochenende ‚beglückt‘ werden.“

Landrat Jörg Bensberg bittet um Nachsicht und Geduld bei allen, die nun noch etwas länger auf den ersehnten Impftermin warten müssen. Er befürchtet weiterhin, dass es im Zweifel beim angekündigten Start der Impfungen durch die Betriebsärzte am 7. Juni zu einer ähnlichen Situation kommen könnte und sich viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Betrieben auf eine betriebliche Impfkampagne freuen, von Bund und Land aber nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung gestellt werden wird.

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5 Kommentare

  1. Jörg Budde
    21. Mai 2021 um 22.51

    Herr Bensberg hat mit seiner Kritik völlig recht!
    Der Rückstau an Impfwilligen in Niedersachsen ist durch Vordrängler und Lobbyisten ( u. a. Steuerberater/Wirtschaftsprüfer, Presse/Rundfunk, Wasserwirtschaft, etc.) so immens, dass die originär Impfberechtigten der Gruppe 3 ( 60+) immer weiter nach hinten geschoben werden (z. B. ohne nach 4 Wochen auf der Warteliste einen Termin erhalten zu haben) und einen immer größer Risiko einer COVID-19 Erkrankung ausgesetzt werden während bereits eine Vielzahl an Jüngeren geimpft wurden.

    Dann von einer Aufhebung der Priorisierung zu sprechen, ist eine Farce.

    Fazit: Impfgerechtigkeit sieht definitiv anders aus!

    Jörg Budde (Oldenburg)

    • W. Lorenzen-Pranger
      22. Mai 2021 um 11.25

      Das glauben sie wirklich? Mein Hausarzt macht derzeit Pfingtferien, weil kaum einer zum Impfen kommt, was im Übrigen auch der Stimmungslage in meinem Bekannten- und Freundeskreis (darunter auch Ärzte) entspricht. Impfen lasen sich vor allem Leute, denen es mehr um Bewegungsfreiheit als um die Gesundheit geht. In einer Demokratie immerhin eine extrem bedenkliche Entwicklung.

      • W. Lorenzen-Pranger
        22. Mai 2021 um 12.08

        Aus einem Leserbrief in einer anderen Zeitung:

        >>“Fakten: Die 2 seligmachenden Impfstoffe haben nur eine Notzulassung, die Langzeitschäden sind nicht bekannt (können sie ja auch nicht), es gibt aber erste Anzeichen, dass sie zu Autoimunerkrankungen und Störungen der Blutgerinnung führen können. Dies und eine Nebenwirkungsrate, die schon fast in Höhe der Todesrate bei unter 60Jährigen liegt.
        Und halb Deutschland schreit danach, als Laborratte zu fungieren.“<<

        Besser hätte ich es, dake anonymer Autor, auch nciht formulieren können.

        • J. Hasseloh
          22. Mai 2021 um 16.33

          Leserbriefe unbekannten Ursprungs und „Freundeskreis“ als Referenzen, Gleichsetzung von Nebenwirkungs- mit Todesrate – immer wenn man denkt, tiefer kann die Diskussionskultur nicht mehr sinken, kommt jemand und beweist das Gegenteil…
          Ich (62) habe letzten Montag meine Erstimpfung mit AstraZeneca bekommen und bin darüber sehr froh – nicht primär wegen der Bewegungsfreiheit, sondern wegen der Erhaltung meiner Gesundheit. Und mit Demokratie hat das Ganze eigentlich nichts zu tun.

          • W. Lorenzen-Pranger
            22. Mai 2021 um 18.55

            Manch einer sieht sich um, anderen reicht der Tunnelblick. Immerhin ehrt sie ihre Risikobereitschaft, ob langfristig zugunsten der eigenen Gesundheit – ich wünsche es ihnen. 😉