Politik

Das Kreuz mit den Kreuzen

Bei der Kommunalwahl hat man drei Kreuze für den Stimmzettel – bei reichlich Auswahl.

Auf dem Stimmzettel zur Kommunalwahl können bis zu drei Stimmen abgegeben werden.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (Michael Exner) Es ist schon ein Kreuz mit den Kreuzen. Mal hat man eine Stimme (wie bei der Oberbürgermeisterwahl), mal zwei (wie bei Bundestag und Landtag), und bei der Wahl zum Rat am 11. September hat man (maximal) drei Kreuze für den Stimmzettel – bei reichlich Auswahl. Hier einige Infos zur Wahl und ein paar Tipps zum Wahlrecht, damit es keine Unklarheiten gibt.

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Bei dieser Wahl geht es um 50 Sitze im Rat (der 51. ist stets für den Oberbürgermeister reserviert). Dafür bewerben sich 317 Bürgerinnen und Bürger – auf den Listen von neun Parteien und zwei Wählergruppen. Die Stadt ist in sechs Wahlbereiche (mit jeweils eigenen Listen) eingeteilt.

Bei der Ratswahl haben Sie drei Stimmen. Die können Sie entweder Parteien geben oder Personen. Im ersten Fall akzeptieren Sie die von der jeweiligen Partei vorgegebene Reihenfolge auf der Liste, im anderen Fall kreuzen Sie ihre persönlichen Favoriten an. Unterschiede in der Gewichtung dieser Stimmen gibt es nicht, jede Stimme für eine bestimmte Person kommt auch deren Partei zugute. Am Ende wird folgende Rechnung aufgemacht: Alle für die Kandidaten einer Liste und für diese Liste abgegebenen Stimmen werden zusammengezählt und bilden so die Grundlage für die auf diese Liste entfallenden Mandate.

Sie können „kumulieren”. Das heißt: Sie können einem Kandidaten oder einer Partei alle drei Stimmen geben (drei Kreuze hinter den betreffenden Namen). Sie haben auch die Möglichkeit der Abstufung: zwei Stimmen für X, ein Kreuz bei Y.

Sie können „panaschieren”. Das heißt: Sie sind nicht an eine Liste gebunden. Sie können Ihre drei Stimmen quer über den Wahlzettel an drei Parteien oder deren Vertreter verteilen.

Sie können „kumulieren“ und „panaschieren“ auch kombinieren: Zwei Stimmen für Kandidat X von der Partei A, eine Stimme für Bewerber Y von der Gruppe B. Aber wie Sie auch wählen, immer daran denken: nicht mehr als drei Kreuze insgesamt. Sonst ist der Stimmzettel ungültig.

Und so wird nach der Auszählung gerechnet: Zunächst wird das Ergebnis (das heißt die Zahl der Sitze) einer Partei oder einer Gruppe auf Stadtebene ermittelt; danach, wie viele Sitze davon auf die einzelnen Wahlbereiche entfallen. Dann wird geprüft, wie viele Stimmen in jedem einzelnen Bereich für die Partei und wie viele für Personen abgegeben worden sind. In diesem Verhältnis verteilen sich dann die Sitze vor Ort, und die Kandidaten ziehen in den Rat. Möglich also (und in Oldenburg schon geschehen), dass jemand mehr Stimmen bekommen hat, aber jemand vor ihm auf der Liste wegen der besseren Platzierung den Sitz erhält.

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1 Kommentar

  1. Nikolas
    27. August 2016 um 12.42

    Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht. Keep it simple, möchte man den Erfindern dieses komplizierten und abschreckenden Wahlsystems zurufen. Ein Wähler, ein Kreuz und gut ist.