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Shitstorm über Radio ffn

Freifeld-Initiator Lars Kaempf bei radio ffn.

Freifeld-Initiator Lars Kaempf bei radio ffn.
Foto: privat

Oldenburg (am) Aus dem Nordwesten zieht ein Shitstorm Richtung Hannover. Turbulent geht es zurzeit auf der Facebookseite des Radiosenders ffn zu, zahlreiche Oldenburger beziehen Stellung – und das nicht freundlich. Auch über Twitter wird ffn beschimpft. Der Sender hatte einen Tag vor Beginn des Freifeld Festivals den Organisatoren eine Unterlassungserklärung zukommen lassen. Streitpunkt ist die Ähnlichkeit der Logos.

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Am Tag vor Festivalbeginn erhielten die Organisatoren Post eines Rechtsanwaltes. Sie enthielt eine Unterlassungserklärung inklusive Klageandrohung, Streitwert 50.000 Euro. „Das ist unverhältnismäßig und war eine krasse Belastung“, sagt Amon Thein von Freifeld e.V. Deshalb wurde auch nur das Kernteam darüber informiert. Die Unterlassungserklärung sei über eine Rechtsanwältin neu verfasst worden, denn sonst hätten rund 1600 Euro bezahlt werden müssen. Auf eine gerichtliche Auseinandersetzung wollte sich das Team nicht einlassen: „Bei einem Streitwert von 50.000 Euro – wonach die Gerichts- und Rechtsanwaltskosten bemessen werden – hätten mehrere Tausend Euro auf uns zukommen können“. Thein versteht die Reaktion des Radiosenders gegenüber einem ehrenamtlich organisierten Festival nicht: „ffn wirft uns auf Facebook vor, wir hätten das Logo absichtlich kopiert. Das stimmt nicht. Das Festivalkonzept ist zudem weit vom ffn-Programmschema entfernt.“ Die Reaktion des Sender sei auch deshalb unverständlich, weil der Festivalinitiator Lars Kaempf zweimal zum Interview bei ffn gewesen sei.

Radio ffn sieht die Angelegenheit naturgemäß anders. Durch Dritte aus Oldenburg sei der Sender auf die Logo-Ähnlichkeit hingewiesen worden. Aus Sendersicht sei diese Ähnlichkeit nicht strittig – ungeachtet dessen, ob über die Veranstaltung berichtet wurde oder nicht. „Verletzung der Markenrechte ist in Deutschland keine Bagatelle, egal, wer der Verursacher ist oder welche Motive verfolgt werden. Auch das emotionale Führen einer Debatte lenkt nicht ab von dem Sachbestand, dass wir mit der Verwendung des Logos unsere Markenrechte verletzt sehen und grundsätzlich dagegen vorgehen“, erklärt die ffn-Programmdirektorin Ina Tenz.

Dass nicht alle Freifeldlogos noch vor dem Festival entfernt werden mussten, ergab sich nach einem Telefonat zwischen den jeweiligen Anwältinnen. Allerdings habe es die Absprache gegeben, die Verwendung des Logos so gering wie möglich zu halten und nach dem Festival gänzlich darauf zu verzichten, teilt ffn mit. Trotzdem habe der Verein Freifeld das strittige Logo weiterhin präsent eingesetzt. „Daraufhin sahen wir uns gezwungen, einen erneuten Unterlassungsvertrag mit gesetzter Frist an den Veranstalter zu schicken“, so Tenz.

Auf der ffn-Facebookseite hat sich ein Shitstorm entwickelt. Die User melden sich mit zahlreichen Logos, die dem von ffn ähnlich sehen würden. Auf Facebook und bei Twitter geht es darum, dass ein non-profit Festival abgemahnt wurde, die Social Media-Abteilung mit Textbausteinen reagiert und die Logo-Ähnlichkeit nicht gesehen wird. Der Vorwurf, das Logo sei kopiert worden, wird als beleidigend und unverschämt gerügt.

Update 6. September, 19.11 Uhr

Inzwischen hat sich der Fall offensichtlich „juristisch erledigt“. Beide Parteien haben dazu Stellung bezogen.

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