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Mobilität aus einer Hand

Vor 20 Jahren ist der Versuch, aus dem Wallring eine Einbahnstraße zu machen, gescheitert.

Vor 20 Jahren ist der Versuch, aus dem Wallring eine Einbahnstraße zu machen, gescheitert.
Foto: am

Oldenburg (Michael Exner) Die Stadtverwaltung plant den großen Wurf: Ein Katalog aus aufeinander abgestimmten Themenfeldern soll in eine Gesamtstrategie zur Verkehrsentwicklung münden. Das ist die Idee hinter dem „Rahmenplan Mobilität und Verkehr 2030“, der den früheren (und enger gefassten) Verkehrsentwicklungsplan ablöst. „Wir wollen Klimaneutralität erreichen und die Erreichbarkeit der Innenstadt sichern“, umriss Oberbürgermeister Jürgen Krogmann die Strategie, als er am Montag gemeinsam mit dem in Kürze auf eigenen Wunsch ausscheidenden Bau- und Verkehrsdezernenten Sven Uhrhan Zwischenstand und nächste Schritte verkündete. Dass dieser Weg kein leichter sein wird, lässt sich aus Krogmanns Bemerkung ablesen, die Vereinbarkeit der beiden Punkte sei ein gordischer Knoten.

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Sechs Teilkonzepte werden von Planungsbüros bearbeitet – als Bausteine einer Gesamtstrategie. Der OB möchte mit diesem Vorgehen „alles in einem großen Prozess kanalisieren“, statt von Woche zu Woche immer neue Anträge zu bewältigen. Die Themen im Einzelnen:

Dass speziell der letzte Punkt in Oldenburg gemischte Gefühle auslösen könnte, ist dem OB durchaus bewusst. Krogmann war vor 20 Jahren unter Oberbürgermeister Dietmar Schütz Stadt-Sprecher, als ein noch unter OB-Vorgänger Jürgen Poeschel beschlossener Einbahnstraßen-Versuch am Wallring Innenstadt und Dobbenviertel ins Chaos stürzte und nach einigen Wochen vorzeitig abgebrochen wurde. „Aus meiner Sicht geht es diesmal in erster Linie um Busbeschleunigung“, sagte Krogmann am Montag. Das müsse nicht zwingend in eine Einbahnregelung münden. Bei den P+R-Standorten laufen nach seinen Worten Gespräche mit den Nachbargemeinden, inwieweit man die einbeziehen könne. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass die jetzigen Plätze viel zu nahe an der Innenstadt liegen, als dass sie Attraktivität ausstrahlen könnten. Einige Herausforderungen in Sachen Verkehr könne man ohnehin nur noch regional lösen: „40 000 Pendler täglich – das ist die Region auf Rädern“.

Ein Komplex fehlt in der Liste, steht aber nach Angaben der Verantwortlichen stets auf der Agenda: das Thema Bahn. „Hier wird uns die Priorisierung zum Teil von außen aufgedrückt“, sagte Krogmann mit Blick auf Bahnübergänge und Haltepunkte. Für Ofenerdiek seien die Gespräche mit der Bahn erfolgversprechend. Hier werde man auf jeden Fall bei einer Lösung einen Haltepunkt mitdenken. In anderen Fällen habe die Bahn die Erwartungen gedämpft. Das sei indes nicht Position der Stadt, versicherte Krogmann. Der hatte schon von einigen Jahren auf einem Gilde-Abend der Gesellschaft Union die Abschaffung aller Bahnübergänge als die große Aufgabe in den kommenden 10/15 Jahren bezeichnet – ohne dass dies damals in der Öffentlichkeit ein nennenswertes Echo gefunden hätte.

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