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WindLab: Einzigartiger Forschungsbau eingeweiht

Heute ist das Forschungslabor für Turbulenz und Windenergiesysteme (WindLab) der Uni Oldenburg in Anwesenheit der Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić eingeweiht worden.

Windenergieexperte Prof. Dr. Martin Kühn (links) und Turbulenzforscher Prof. Dr. Joachim Peinke (rechts) erläutern Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić das Windlabor.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (zb) Heute ist das Forschungslabor für Turbulenz und Windenergiesysteme (WindLab) der Universität Oldenburg in Anwesenheit der Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić eingeweiht worden. Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper bezeichnete das hochkomplexe Gebäude als „neuesten Leuchtturm, der Oldenburg weltweit zur allerersten Adresse gemacht hat“.

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Gemeint ist die Spitzenforschung, die sich dahinter verbirgt. 2012 hatte der Wissenschaftsrat den Bau befürwortet, weil der Antrag der Oldenburger Wissenschaftler unter Leitung des Windenergieexperten Prof. Dr. Martin Kühn, des Turbulenzforschers Prof. Dr. Joachim Peinke und des Energiemeteorologen Dr. Detlev Heinemann als besonders förderungswürdig eingestuft wurde. Daraufhin investierten Bund und Land 20 Millionen Euro in den Bau.

Die Ministerin sprach von einem bedeutenden Etappenziel für die nachhaltige Energieversorgung. „Niedersachsen ist das Windenergieland Nummer eins und kann hier die Technologieführerschaft für sich in Anspruch nehmen. Wir müssen dafür sorgen, dass sie erhalten bleibt und ausgebaut wird“, erklärte sie. „Die Universität Oldenburg trägt mit ihrer Spitzenforschung zum Gelingen der Energiewende bei, damit wir in Niedersachsen bis 2050 nur noch auf erneuerbare Energie zurückgreifen können.“

Oldenburgs Bürgermeisterin Germaid Eilers-Dörfler sprach von einem „Kraftwerk der Energieforschung“. „Die Stadt steht hinter dieser Forschung und das WindLab hat zur Aufwertung des ohnehin schon starken Standorts beigetragen“, erklärte sie. Bernd Milow, Programmdirektor Energie beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), sprach von einem schlagkräftigen Wissenschaftsverbund, der weltweit einmalig sei. „Der Kanal ergänzt unser Portfolio, so dass wir noch attraktiver werden und weitere wissenschaftliche und industrielle Partner gewinnen können, um Produkte zu entwickeln und an den Markt zu bringen.“

Wissenschaftler aus der Physik, Meteorologie, Ozeanographie und den Ingenieurwissenschaften der Universitäten Oldenburg und Hannover, der Jade Hochschule, des Fraunhofer Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (Bremerhaven) sowie des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation (Göttingen) werden den Windkanal nutzen. Er soll exakte Daten über das Betriebsverhalten von Windenergieanlagen und großer Offshore-Windparks liefern.

LR-Programmdirektor Energie Bernhard Milow, Bürgermeisterin Germaid Eilers-Dörfler, Turbulenzforscher Dr. Joachim Peinke und Windenergieexperte Dr. Martin Kühn, Ministerin Gabriele Heinen-Kljajić, Universitätspräsident Dr. Dr. Hans Michael Piper und Michael Brassel vom Staatlichen Baumanagement Lüneburger Heide spaßten bei der symbolischen Schlüsselübergabe.

DLR-Programmdirektor Energie Bernhard Milow, Bürgermeisterin Germaid Eilers-Dörfler, Turbulenzforscher Dr. Joachim Peinke und Windenergieexperte Dr. Martin Kühn, Ministerin Gabriele Heinen-Kljajić, Universitätspräsident Dr. Dr. Hans Michael Piper und Michael Brassel vom Staatlichen Baumanagement Lüneburger Heide spaßten bei der symbolischen Schlüsselübergabe.
Foto: Anja Michaeli

Herzstück des 2300 Quadratmeter großen Neubaus ist ein turbulenter Windkanal, der es den Wissenschaftlern ermöglicht, das Zusammenspiel von turbulenten atmosphärischen Strömungen mit Windenergiesystemen – also Windparks, Windenergieanlagen und ihren Komponenten – zu erforschen. So sollen exakte Daten über das Betriebsverhalten von Windenergieanlagen und großer Offshore-Windparks gewonnen werden.

„Im Vergleich zu Windkanälen, wie sie beispielsweise in der Luftfahrt genutzt werden, lassen sich in dem turbulenten Windkanal der Universität Windfelder simulieren, wie sie in der Natur vorkommen. Versuche im Windkanal seien bisher immer unter besonders turbulenzarmen Bedingungen durchgeführt“, erklärte Peinke. Das entspreche aber gerade im Bereich der Windenergie nicht der Realität. Windenergieanlagen seien bei einer Betriebszeit von 20 Jahren bis zu 100 Millionen Windstößen ausgesetzt, was extreme Herausforderungen an Material und Technik stelle.

„Mit dem neuen Windkanal sind wir nun in der Lage, exakte Versuche zu Turbulenzentwicklungen auf Rotorblättern, einzelnen Modellwindenergieanlagen oder Anlagen in Windparkanordnungen durchzuführen“, sagte Peinke weiter. Die Untersuchungen sollen dazu beitragen, die Effizienz von Windparks zu steigern und technische wie finanzielle Risiken zu vermeiden.

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