
Anna Peplinksi, Katrin Hartmann, Jan Waßmann, Katharina Kurz, Tobias Hebel, Julia-Sophie Syperreck, Nadja Bühler und Katharina Negro haben sich mit der Frage befasst, was Oldenburg ohne die Universität wäre.
Foto: Katrin Zempel-Bley
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Oldenburg (zb) – Was wäre Oldenburg ohne die Universität? Diese Frage stellten sich elf Studierende des Masterstudiengangs „Museum und Ausstellung“ an der Universität Oldenburg und versuchen sie in der Ausstellung „Wolkenkuckucksburg“ auf ihre Weise zu beantworten.
Die Ausstellung bildet den Abschluss der Jahresfeierlichkeiten „40 Jahre Universität Oldenburg“ und wird von der Stadt Oldenburg und der Universität finanziell unterstützt. Auf zwei Ebenen im Schlauen Haus am Schlossplatz in Oldenburg werden die Besucher zunächst mit der Geschichte der Universität konfrontiert. Sie wurde zwar vor 40 Jahren gegründet, doch ihre Vorläufer, das vor 222 Jahren gegründete Lehrerseminar sowie die spätere Pädagogische Hochschule (PH), sind viel älter. Und so lässt sich trefflich spekulieren, ob ohne die Uni viele angehende Lehrer die PH besucht und somit das städtische Leben bereichert hätten.
„Wir stellen Realität und Fiktion gegenüber“, sagt Katharina Negro, die gemeinsam mit ihren Kommilitonen tief in die Geschichte der Universität eingetaucht ist. Als sie geboren wurden, gab es die Hochschule bereits 15 Jahre. Zahlreiche Oldenburger erinnern sich noch gut an die Anfänge, die nicht unproblematisch waren. Denn viele waren keineswegs nur glücklich über die Unigründung. Das hat sich längst geändert. Das belegen unter anderem gefilmte Interviews mit Passanten, für die die Uni längst tief im Bewusstsein verankert ist.
Tatsächlich profitiert wohl jeder Oldenburger direkt oder indirekt von der Hochschule, die der größte Arbeitgeber in der Stadt ist und nicht nur für eine florierende Wirtschaft sondern auch für viel Inspiration gesorgt hat. Dazu zählt auch das Anfang der 1980er Jahre gegründete Energielabor, das seinerzeit bundesweit für Aufsehen sorgte. Auf jeden Fall wurde mit ihm der Grundstein für die ökologische Ausrichtung der Uni gelegt. Das hat auch die Studierenden spürbar beeindruckt.
In der Ausstellung werden viele Potenziale Oldenburgs ausgelotet. Die Huntestadt ohne ihre 2250 Beschäftigte und 12.700 Studierende, ohne die Unibibliothek, den Hochschulsport und Botanischen Garten – alles Einrichtungen, die auch der Öffentlichkeit zugänglich sind. So zeigen die Studierenden die Bedeutung der Universität für die Stadt auf und präsentieren Entwürfe, wie Oldenburg ohne Universität aussehen könnte. „Wolkenkuckucksburg“, so nennen sie Oldenburg ohne Universität. Dabei beziehen sie sich auf das berühmte „Wolkenkuckucksheim“ aus der Komödie „Die Vögel“ des griechischen Dichters Aristophanes (414 v. Chr.).
„Was würde es bedeuten, wenn nicht die Universität sondern der Grünkohl der wichtigste wirtschaftliche Impulsgeber für die Region gewesen wäre“, fragt sich Tobias Hebel, der dazu unter anderem ein Bild von Klaus Beilstein und eine Fotomontage von Peter Kreier zeigt, die seiner Fiktion nahekommen und wohl so manchen Besucher zum Schmunzeln bringen werden.
Die interaktive Ausstellung ermöglicht es den Besuchern herauszufinden, welche Bedeutung die Universität für sie persönlich hat. Sie zeigt zudem künstlerische Arbeiten zum Thema „Wolkenkuckucksburg“, die in Kooperation mit Schülern der zwölften Klasse der Oldenburger Helene-Lange-Schule entstanden sind, und stellt Ergebnisse einer Bürgerumfrage vor.
„Die Studenten haben sich in ‚Wolkenkuckucksburg‘ mit ungeschehener Geschichte beschäftigt“, erklärt Prof. Dr. Rudolf Holbach vom Institut für Geschichte, der das einjährige Projekt betreut hat. „Aus Sicht eines Historikers ein eher unübliches Vorgehen“, räumt er ein. Jedoch trage diese Beschäftigung zu einem besseren Verständnis des Gewordenen bei und könne für Aha-Erlebnisse bei den Besuchern sorgen, ist er überzeugt. Die Studierenden möchten die Besucher zum Nachdenken anregen, sie inspirieren und ihr Bewusstsein für die Bedeutung der Universität schärfen.
Zur Ausstellung, die bis zum 7. Januar 2015 zu sehen ist, ist ein umfangreicher Katalog entstanden, den die Studierenden gestaltet haben. Der Eintritt ist frei.
