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Rechnen: Online im Dschungel lernen

Das Projekt der onlinebasierten Rechenübungen für Kinder der Arbeitseinheit Schulische Entwicklung ist in die nächste Förderphase gestartet.

Das Projekt der onlinebasierten Rechenübungen für Kinder ist in die nächste Förderphase gestartet.
Foto: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Oldenburg (pm) Vier plus zwei ergibt sechs – was für viele Grundschulkinder eine leichte Rechenaufgabe ist, bereitet einigen deutliche Schwierigkeiten. Diese Kinder zu fördern, ist Ziel der Arbeitseinheit Schulische Entwicklung (ASE) unter Leitung des Psychologen Prof. Dr. Dietmar Grube von der Universität Oldenburg. Dafür haben die Psychologin Jenny Busch und die Sozialwissenschaftlerin Claudia Schmidt ein onlinebasiertes Faktentraining entwickelt.

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Kinder mit Rechenschwierigkeiten brauchen mehr Zeit zum Rechnen und es fällt ihnen deutlich schwerer, das richtige Ergebnis aus dem Gedächtnis abzurufen. Die Fehler, die sie daher schon beim Rechnen einfacher Aufgaben machen, führen bei deutlich komplexeren Rechenaufgaben zu noch größeren Problemen. Mit ihrem Computerprogramm wollen die Oldenburger Forscher daher die Fähigkeiten der Kinder, einfache Additions- und Subtraktionsaufgaben im Zahlenraum bis 20 zu rechnen, aufbauen und stärken.

Während des Trainings sehen die Kinder einfache Rechenaufgaben für kurze Zeit auf dem Computer „aufblitzen“. Anschließend sollen sie sich an die Aufgaben erinnern und sie eingeben. Zur Motivation ist das Training in eine virtuelle Dschungelwelt eingebettet. Durch das Bearbeiten der Aufgaben verdienen sich die Kinder Tiere, mit denen sie die Welt ausgestalten können. „Den meisten hat dieses Training richtig Spaß gemacht“, sagt Jenny Busch, die das Programm gemeinsam mit ihrer Kollegin Claudia Schmidt gestaltet hat.

Die Wissenschaftler untersuchten die Rechenleistungen der Kinder vor und nach dem Faktentraining und verglichen sie mit den Leistungen anderer Kinder, die ein computergestütztes Lesetraining erhalten hatten. Insgesamt nahmen 69 Kinder der vierten Klassenstufe aus der Region Oldenburg an dem Projekt teil und trainierten eigenständig fünf Wochen lang zu Hause. Das Ergebnis: Kinder, die das Faktentraining absolviert hatten, lösten mehr Aufgaben richtig, als die Kinder, die das Lesen trainiert hatten. Dies galt für Kinder, die zu Beginn Schwierigkeiten im Rechnen hatten als auch für jene, die keine Schwierigkeiten hatten.

In den kommenden zwei Jahren wollen die Wissenschaftler die Studie mit einer größeren Gruppe von Grundschulkindern mit Rechenschwierigkeiten wiederholen. „Langfristig planen wir, das Training Grundschulen kostengünstig zur Verfügung stellen, damit möglichst viele Kinder davon profitieren“, sagt Schmidt.

Das Bundesbildungsministerium fördert das Gesamtvorhaben im Rahmen der Initiative zu Lernschwierigkeiten bei Kindern bis März 2020 mit insgesamt rund 813.000 Euro.

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