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Der „Groschen“ fällt gleich fünfmal

Dr. Sebastian Wilken, der diesjährige Preisträger des „groschen 2018“, und Anne Depping, die Gewinnerin des Publikumspreises.

Dr. Sebastian Wilken, der diesjährige Preisträger des „groschen 2018“, und Anne Depping, die Gewinnerin des Publikumspreises.
Foto: Mohssen Assanimoghaddam / LzO

Oldenburg (am/pm) Der 32-jährige Dr. Sebastian Wilken, Postdoktorand am Institut für Physik der Universität Oldenburg, erhält in diesem Jahr den „groschen 2018“. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) ist eine Auszeichnung für Wissenschaftskommunikation. Er würdigt die Fähigkeit, Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit für jedermann verständlich und kreativ zu vermitteln – so, dass bei jedem sprichwörtlich der „Groschen fällt“.

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Auf der Abschlussveranstaltung hatten die Finalisten genau acht Minuten Zeit, der Jury und dem Publikum ihre Arbeiten zu präsentieren. Gefragt waren eine verständliche und kreative Präsentationsform. Auch der sprachliche Ausdruck wurde bewertet. Dr. Wilken gelang dieses – laut Jury – am besten.

„Warum arbeiten organische Solarzellen bislang weniger effizient als ihre anorganischen Pendants?“ Dieser und weiteren Fragen hatte sich Dr. Wilken in seiner Dissertation gewidmet. Er bildete in seiner Arbeit die komplexen Vorgänge in einer organischen Zelle ab und fand heraus, dass sich eine bestimmte Phase bilden muss, damit organische Solarzellen besser und effektiver funktionieren als Solarzellen aus Silizium. Er überzeugte die Jury auf der Veranstaltung mit seiner anschaulichen und unterhaltsamen Art, die Inhalte und Ergebnisse seiner Arbeit darzulegen. Sein Thema lautete: „Rekombination in organischen Solarzellen: Auf die Sauce kommt´s an“.

Die Kandidaten mussten an dem Abend nicht nur die Jury überzeugen. Auch das Publikum konnte seinen Favoriten bestimmen. Der von der LzO zusätzlich mit 1000 Euro dotierte Publikumspreis ging an die 33-jährige Anne Depping für „Die ‚Virtual Compass Brille‘ der Zugvögel“. Sie referierte über den Orientierungssinn von Zugvögeln und stellte fest, dass Zugvögel auf ihren Langstreckenflügen neben der Sonne und den Sternen auch das Erdmagnetfeld mit Hilfe eines magnetsensitiven Moleküls nutzen. Auch sie überzeugte mit einer kreativen und einleuchtenden Präsentation.

„Wissenschaft hat eine hohe Relevanz für die Gesellschaft. Deshalb ist es wichtig, wie wir darüber kommunizieren“, so Gerhard Fiand, Vorsitzender des LzO-Vorstands und Jurypräsident, anlässlich der Abschlussveranstaltung zum „groschen 2018, die am Montag vor über 200 Gästen in der LzO-Zentrale in Oldenburg unter der Moderation von Prof. Rainer Lisowski stattfand.

„Alle Finalisten haben ein hohes Maß an Qualität und Kreativität gezeigt“, so Fiand bei der Begründung der Juryentscheidung. Gleich fünfmal sei der „Groschen“ bei den Jurymitgliedern gefallen. Gleichwohl galt es, sich zu entscheiden. „Den Ausschlag hat letztlich die klare und sehr gut verständliche Form der Präsentation von Dr. Wilken gegeben“, begründete der Jurypräsident die Entscheidung. Der glückliche Preisträger kann sich nun über 10.000 Euro von der LzO freuen. „Eigentlich sind heute alle Finalisten Gewinner“, sagte Fiand. Schließlich hätten alle Kandidaten den Mut und die Entschlossenheit aufgebracht, sich dem Publikum und der Jury zu stellen. Die LzO übergab daher weitere 500 Euro an jeden Finalisten.

Der „groschen“

Bereits zum fünften Mal hatte die LzO den „groschen“ ausgeschrieben. 21 Bewerberinnen und Bewerber von den Universitäten Oldenburg und Vechta sowie der Jade Hochschule waren dem Aufruf gefolgt und hatten ihre Bachelor-, Master-, Doktorarbeiten oder abgeschlossenen Forschungsprojekten eingereicht. Die Aufgabe bestand darin, auf maximal drei DIN-A4-Seiten die Ergebnisse ihrer Arbeiten allgemeinverständlich zusammenzufassen.

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