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Oldenburger Bäder: Zehn Millionen Euro Sanierungsstau

Der Standort Flötenteich wäre nach Meinung der Gutachter ein idealer Standort für ein Vitalbad.

Der Standort Flötenteich wäre nach Meinung der Gutachter ein idealer Standort für ein Vitalbad.
Foto: Anja Michaeli

Oldenburg (Anja Michaeli/Tobias Hadan) Die Oldenburger Bäder sind in die Jahre gekommen. Bis auf das Flaggschiff OLantis stehen für die Hallenbäder Eversten und Kreyenbrück umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an. Eine ähnliche Situation liegt beim Freibad Flötenteich vor. Rund zehn Millionen Euro müssten investiert werden. Moderner und zukunftsfähiger wären die Bäder damit aber auch nicht. Jetzt soll über Ideen und Entwürfe debattiert werden.

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Die Stadtverwaltung Oldenburg hat die Beratungsfirma Profund Consult aus Hamburg beauftragt, ein Gutachten und Szenarien für die Zukunft der Oldenburger Bäderlandschaft zu entwickeln. „Wir wollen nicht übereilig zu einem Ergebnis kommen, vielmehr wollen wir eine Diskussion über die Zukunft der Bäder in Oldenburg anstoßen“, erklärt Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.

Oldenburg ist im Vergleich mit anderen Städten gut mit Bädern versorgt. Neben den städtischen Angeboten (OLantis, Stadtteilbäder Eversten und Kreyenbrück, Freibad Flötenteich und dem Therapie- und Warmbad im Evangelischen Altenzentrum Bischof Stählin) bieten die Universität und der Bürgerfelder Turnerbund zwei Hallenbäder an. Lediglich der Stadtnorden hat wenig Angebote – ausgehend von einer Erreichbarkeit in zehn Minuten (Auto). „Neun Schulen sind somit im Winter nicht versorgt“, so Paul Oppermann von Profund Consult, denn dann sei das Freibad Flötenteich geschlossen. Überhaupt, so der Fachmann, würden Freibäder deutschlandweit immer weniger nachgefragt. Im Trend seien die sogenannten Vitalbäder (Gesundheits- oder Fitnessbäder).

Das Beraterunternehmen empfiehlt: die Schließung des Hallenbades Eversten (Baujahr 1975). Am Standort des Freibades Flötenteich würde ein Gesundheitsbad mit verschiedenen Vitalbecken, einer Textilsauna und einem 25-Meter-Becken gebaut, das Freibad solle geschlossen werden. Es gebe Möglichkeiten (z.B. Cabriodach, das bei gutem Wetter geöffnet werden kann), die Liegeflächen zu erhalten. Für den Neubau wird mit neun Millionen Euro Investitionskosten gerechnet.

Oppermann lobt das OLantis Huntebad nicht nur wegen der guten Lage: „Es ist eines der besucherstärksten Bäder in Deutschland.“ 400.000 Besucher werden jährlich gezählt (mit Sauna und Wellness: 570.000 Besucher). Damit das auch so bleibt, hat er eine Empfehlung für das OLantis: „Bäder, die nichts tun, verlieren Besucher und werden teurer. Es muss Weiterentwicklungen geben.“ Die Kosten dafür sind in allen fünf Szenarien für die Zukunft der Bäder enthalten. Möglichkeiten sieht er u.a. im Bereich der Rutschen und Saunen. Jens Hackbart, Geschäftsführer der Bäderbetriebsgesellschaft Oldenburg mbH, betonte, dass kontinuierlich investiert würde. Er verspricht für das kommende Jahr spannende Geschichten rund um die Rutschen.

Szenario 1: Bestandserhalt

Szenario 2: Minimalvariante

Szenario 3: Weiterentwicklung Maximalvariante

Szenario 4a: Profilierte Weiterentwicklung

Szenario 4b: Profilierte Weiterentwicklung

Szenario 5: Profilierte Weiterentwicklung (alternativ)

„Welcher Weg letztendlich eingeschlagen wird, muss der Rat entscheiden“, so Krogmann. Berücksichtigt würde in jedem Fall das Angebot für die ältere Bevölkerung sowie die Bedarfe von Schulen und Vereinen.

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