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Rettungspaket steht: Bund steigt mit 30 Prozent bei Uniper ein

KFW, über dts Nachrichtenagentur

Berlin/Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) – Die Bundesregierung, Großinvestor Fortum und die Unternehmensleitung haben sich auf ein Stabilisierungspaket für den Energiekonzern Uniper geeinigt. Dieses sehe eine Kapitalerhöhung von rund 267 Millionen Euro zum Ausgabepreis von Euro 1,70 je Aktie „unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre vor“, teilte Uniper am Freitag mit.

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Die Kapitalerhöhung wird demnach ausschließlich durch den Bund gezeichnet und führt zu einer Staatsbeteiligung von rund 30 Prozent. Weiter soll ein Pflichtwandelinstrument in Höhe von bis zu 7,7 Milliarden Euro an den Bund ausgegeben werden. „Die Ausgabe erfolgt in Tranchen, soweit es der Liquiditätsbedarf der Uniper erfordert“, teilte das Unternehmen mit. Fortum wird die Option eingeräumt, Teile des Pflichtwandelinstruments vom Bund zu erwerben.

Das Uniper gewährte KfW-Darlehen soll von zwei auf neun Milliarden Euro erhöht und der Verwendungszweck ausgeweitet werden. Die Bundesregierung habe Uniper in den Verhandlungen erläutert, dass ab dem 1. Oktober ein allgemeiner Mechanismus zur Weitergabe von 90 Prozent der Ersatzbeschaffungskosten für alle Importeure infolge russischer Gaskürzungen eingeführt werden solle, so Uniper. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Bundesregierung für eine weitergehende Unterstützung bereit steht, sollten die Verluste wegen Ersatzbeschaffungen, die nicht durch operative Gewinne aus den anderen Geschäftsbereichen kompensiert werden können, einen Betrag von sieben Milliarden Euro übersteigen. Die Stabilisierungsmaßnahmen stehen unter anderem unter dem Vorbehalt der Rücknahme der Klage von Uniper gegen die Niederlande im Zusammenhang mit dem Energiechartervertrag, regulatorischer Zustimmungen, insbesondere einer beihilferechtlichen Genehmigung der EU-Kommission, und der Bestätigung eines Ratings durch S&P. Uniper will eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, um die Zustimmung der Aktionäre zu den Stabilisierungsmaßnahmen einzuholen.

Foto: KFW, über dts Nachrichtenagentur

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