Festival

PLATTart-Festival: Wohlportionierte Smachthappen

Männerhort nimmt den Shoppingwahn mit einem genussvoll zugespitzten Blick auf geschlechter-Klischees aufs Korn.

Männerhort nimmt den Shoppingwahn mit einem genussvoll zugespitzten Blick auf geschlechter-Klischees aufs Korn.
Foto: privat

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Oldenburg/zb – Platt lebt, das beweist das PLATTart-Festival, das vom 27. Februar bis 8. März im Oldenburger Land stattfindet und von der Oldenburgischen Landschaft in Zusammenarbeit mit dem Oldenburgischen Staatstheater veranstaltet wird.

Die fünfte Auflage des Festivals für Neue Niederdeutsche Kultur unter der künstlerischen Leitung von Annie Heger findet nicht nur in Oldenburg statt sondern kommt auch nach Bad Zwischenahn, Brake, Cloppenburg, Friesoythe und Sande. Außerdem ist mit Wiesmoor erstmals ein ostfriesischer Veranstaltungsort dabei. „Das Festival hat sich als Marke im Oldenburger Land etabliert und deshalb haben wir die Bestrebung, es mittelfristig größer aufzustellen. Das heißt, wir sind schon länger in Gesprächen mit der Ostfriesischen Landschaft und würden sie gern mit ins Boot holen“, sagt Stefan Meyer, Projektleiter des Festivals.

Das vom Land Niedersachsen geförderte Festival zeigt mit einem vielfältigen Veranstaltungsangebot das breite Spektrum zeitgenössischer niederdeutscher Kunst und wendet sich ausdrücklich an alle Generationen. „Wir wollen mit dem Festival zeigen, dass die plattdeutsche Sprache lebt und gleichzeitig viele Menschen für die Sprache gewinnen“, sagt Landschaftspräsident Thomas Kossendey. Neben Vorstellungen des Oldenburgischen Staatstheaters stehen Gastspiele, unter anderem des Ohnsorg Theaters, eine Filmpremiere, Poetry Slam, Flashmobs und Geistliches auf dem Programm. Außerdem sind die Universität Oldenburg und die Berufsbildenden Schulen (BBS) Haarentor mit Projektarbeiten beteiligt.

Das Festival startet am 27. Februar um 20 Uhr im Oldenburgischen Staatstheater mit der „PLATTgold-Gala“. Annie Heger präsentiert wohlportionierte Smachthappen, die Appetit auf das Festival machen. Dazu gehört unter anderem Werner Momsen, der Hamburger Klappmaul-Komiker und Autor von „50 Dinge, die ein Norddeutscher getan haben muss“. Er bringt nicht nur seinen „platten“ Humor mit, sondern hat zudem seinen Kollegen Matthias Brodowy mit dabei.

Die Produktion des Niederdeutschen Schauspiels „Männerhort– Een Platz för Keerls“ nimmt den Shoppingwahn mit einem genussvoll zugespitzten Blick auf geschlechter-Klischees aufs Korn. Mit dieser deftigen Komödie begibt sich die August-Hinrichs Bühne für das Festival auf Minitour durch das platte Land.

Spannend verspricht auch das performative Projekt des Platt‘n‘Studio 18+ unter der Leitung von Ulf Goerges zu werden. Flanieren durch Shopping-Malls, Schlendern durch die Fußgängerzone, nichts ahnend den Blick schweifen lassen, die Tasse im Café zum Mund führen. Aber irgendwas ist anders. Menschen bleiben stehen und werden neugierig. Was macht der Mann mit dem Bohrer? Humorig und überraschend – so sind sie, die Flashmobs, mit denen Darsteller des Platt‘n‘Studios des Oldenburgischen Staatstheaters zum PlattArt-Festival an verschiedenen Orten in der Innenstadt auftauchen.

Außerdem kämpfen NDR-Autoren gegen die Slam-Elite. Seit zwei Jahren tourt der „NDR 1 Poetry Slam op platt“ durch norddeutsche Gefilde und die Slam-Karawane stattet auch dem PLATTart-Festival einen Besuch ab. Der besondere Charme dieses Literaturwettstreits: NDR-Autoren der plattdeutschen Sendereihe „Hör mal’n beten to“ treten gegen versierte Cracks aus der Slam-Szene an. Beide Gruppen betreten damit ungewohntes Terrain. Die einen auf einer Slam-Bühne , die anderen mit der plattdeutschen Sprache.

Insgesamt tragen acht Teilnehmer ihre niederdeutschen Texte mit Leidenschaft und um die Wette vor. Zu den Plattdeutsch-Spezies des NDR gehören Gerd Spiekermann, Ines Barber sowie Ilka Brüggemann. Unter den erfahrenen Slammern ist der Kieler Kulturpreisträger Helge Albrecht, außerdem der Gewinner des NDR-Slams im Ohnsorg-Theater 2013 Jan Ladiges, Bärbel Wolfmeier, Finalistin beim hochdeutschen schleswig-holsteinischen Landeswettbewerb 2014 und Sven Kamin, amtierender niedersächsisch-bremischer Landesmeister. Wie immer beim Poetenwettstreit fällt das Publikum die Entscheidung über Sieg oder Niederlage.

Das komplette Programm von PLATTart 2015 liegt an zahlreichen Orten in der Region kostenlos aus und ist auch unter www.plattart.de abrufbar.

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