Kultur

Ausstellung und Film: Flüchtlinge nach 1945 in Oldenburg

Werkstattfilm-Chef Farschid Ali Zahedi und Projektmitarbeiterin Maria Wöhr in der Ausstellung.

Werkstattfilm-Chef Farschid Ali Zahedi und Projektmitarbeiterin Maria Wöhr in der Ausstellung.
Foto: Danielle C. Zollickhofer

Oldenburg (Danielle C. Zollickhofer) „Verantwortung und Identität – Flucht nach 1945“, das ist das Motto der neuen Ausstellung von Werkstattfilm. Anhand von Bild und Filmmaterial gibt sie einen kleinen Überblick über die Ankunfts- und Alltagssituation von Flüchtlingen in Oldenburg und im Umland nach dem Zweiten Weltkrieg.

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Doch nicht nur Fotos aus dem Werkstattfilm-Archiv machen die Thematik greifbar. „Durch persönliche Berichte von acht Zeitzeugen wird ein direkter Zugang zum Thema möglich gemacht“, sagt Projektmitarbeiterin Maria Wöhr. Ursprünglich stammen die Zeitzeugen aus ehemaligen Deutschen Gebieten, wie zum Beispiel Preußen oder dem Sudetenland, aber auch aus Polen oder der Tschechoslowakei. Von dort wurden sie nach Ende des Zweiten Weltkrieges vertrieben oder sind geflohen. Die Zeitzeugen wurden in Oldenburg selbst, aber auch in Frisoythe, Delmenhorst oder Westerstede untergebracht. „Die Leute kannten sich vorher nicht und haben unterschiedliche Erfahrungen gemacht“, erklärt Werkstattfilm-Chef Farschid Ali Zahedi, „und trotzdem konnten sie sich mit bestimmten Gefühlen identifizieren. Zum Beispiel vereinte sie alle die Sehnsucht nach zuhause.“

Die Ausstellung ist in fünf Themenabschnitte aufgeteilt. Zunächst geht es um die Ankunft der Flüchtlinge, wo unter anderem auf Unterkünfte und Versorgungssituation eingegangen wird. Auch das Einleben in der Schule oder auf der Arbeit ist Thema. Die Reaktion der Einwohner auf die Flüchtlinge wird ebenfalls angesprochen. Ganz zentral ist die Stadtentwicklung Oldenburgs. „Denn die Flüchtlinge haben dazu beigetragen, dass sich die Stadt neu entwickelt hat. Es herrschte Wohnungsnot, wodurch die Menschen zusammenrücken mussten. Später sind dann neue Stadtteile hinzugekommen“, berichtet Zahedi. Der letzte Themenabschnitt wurde den persönliche Wahrnehmungen der Zeitzeugen gewidmet.

Das Thema wird anhand alter Fotos und Zeitzeugenberichten greifbar gemacht.

Das Thema wird anhand alter Fotos und Zeitzeugenberichten greifbar gemacht.
Foto: Werkstattfilm

Ausstellungseröffnung und die Vorstellung des zugehörigen Films ist am kommenden Sonntag, 12. Januar, um 11 Uhr im Gebäude von Werkstattfilm, Wallstraße 24. Nach Eröffnung kann die Ausstellung dann jeden Donnerstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr besucht werden, der Eintritt kostet 2 Euro. Für Schulen sind auch Führungen möglich.

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